CPU mit integrierter Grafik - Welche ist die beste Wahl?

Marcel Kirchner .

16. April 2026

Leistungsdurchschnitt in 12 Spielen bei 720p: AMD Ryzen 9 7950X3D führt, zeigt die beste CPU mit integrierter Grafik.
Wer einen PC ohne dedizierte Grafikkarte plant, landet schnell bei der Frage nach der besten CPU mit integrierter Grafik. Entscheidend ist dabei nicht nur die rohe CPU-Leistung, sondern vor allem, wie stark die iGPU ist, wie schnell der Speicher läuft und ob die Plattform später noch Luft nach oben lässt. Ich ordne die aktuellen Modelle deshalb in echte Anwendungsfälle ein: Gaming ohne Grafikkarte, kompakte Rechner, Streaming und Builds, die später auf eine dedizierte GPU umsteigen.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • Ryzen 7 8700G ist 2026 die stärkste Mainstream-Wahl, wenn der Rechner ohne separate Grafikkarte laufen soll.
  • Ryzen 5 8600G trifft den besten Kompromiss aus Preis, 6 Kernen, 12 Threads und einer brauchbaren Radeon 760M.
  • Ryzen 5 8500G ist der Budget-Einstieg, aber seine Radeon 740M ist deutlich schwächer als die beiden größeren G-Modelle.
  • Wenn die iGPU nur als Sicherheitsnetz dient, sind Ryzen 5 9600X oder Intel Core Ultra 5 245 oft die vernünftigere Wahl.
  • Dual-Channel-DDR5 ist bei iGPU-Systemen kein Detail, sondern ein echter Leistungsfaktor.
  • Für Spiele ohne Grafikkarte zählt die integrierte Grafik meist mehr als die reine Kernzahl der CPU.

Vergleich von CPUs mit integrierter Grafik in F1 24: Ryzen AI 9 HX 370 und Intel Core Ultra 7 258V/155H. Der Ryzen AI 9 HX 370 zeigt die beste Leistung.

Diese Modelle lohnen sich aktuell am meisten

Ich trenne hier bewusst zwischen echten iGPU-CPUs und Prozessoren, deren Grafik vor allem als Bildausgabe dient. Für einen neuen Aufbau ist das wichtig, weil ein Ryzen 7 8700G oder 8600G etwas völlig anderes ist als ein Ryzen 5 9600X mit einer sehr kleinen Basisgrafik. Die Preisangaben unten orientieren sich an den offiziellen Hersteller- oder Storewerten, nicht an tagesaktuellen Händleraktionen.

Modell Kerne / Threads Integrierte Grafik Preisniveau Meine Einordnung
AMD Ryzen 7 8700G 8 / 16 Radeon 780M, 12 CUs, 2,9 GHz ca. 293 € im AMD-Store Beste Wahl, wenn der PC ohne dedizierte GPU laufen soll.
AMD Ryzen 5 8600G 6 / 12 Radeon 760M, 8 CUs, 2,8 GHz ca. 198 € im AMD-Store Für mich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis unter den G-Modellen.
AMD Ryzen 5 8500G 6 / 12 Radeon 740M, 4 CUs, 2,8 GHz UVP 179 US-Dollar Budget-Option mit klaren Grenzen, aber brauchbar für einfache Builds.
AMD Ryzen 5 9600X 6 / 12 Radeon Graphics, 2 CUs, 2,2 GHz ca. 230 € im AMD-Store Starke CPU, aber die Grafik ist nur für Alltag und Notfall gedacht.
Intel Core Ultra 5 245 14 / 14 Intel Graphics, 4 Xe-Kerne, bis 1,9 GHz RCP 270 US-Dollar Spannend für Effizienz, Medienfunktionen und Office, nicht für iGPU-Gaming.

Wenn ich die Auswahl auf zwei klare Favoriten verdichte, bleiben der Ryzen 7 8700G und der Ryzen 5 8600G übrig. Der 8700G ist die sichere Nummer, wenn wirklich ohne Grafikkarte gespielt werden soll. Der 8600G ist der Kandidat, den ich am häufigsten empfehlen würde, weil er viel Leistung liefert, ohne preislich in die obere Liga zu rutschen. Unterhalb davon gibt es noch den Ryzen 3 8300G mit 4 Kernen, 8 Threads und Radeon 740M, aber ich sehe ihn eher als Spezialfall für sehr einfache Rechner als als echte Allround-Empfehlung. Für mehr CPU-Reserve lohnt sich außerdem der Ryzen 7 9700X mit 8 Kernen, 16 Threads und nur 2 Grafik-Kernen, doch seine integrierte Grafik bleibt bewusst schlicht.

Welche dieser Klassen du brauchst, hängt stärker vom Einsatz als vom reinen Takt ab, und genau das trenne ich im nächsten Abschnitt sauber auf.

Welche CPU ich für welchen Einsatzzweck wählen würde

Die größte Fehlannahme beim Kauf ist, dass jede CPU mit Grafik automatisch für denselben Zweck taugt. Das stimmt nicht. Ich würde deshalb nicht fragen: „Wie stark ist die CPU?“, sondern zuerst: „Soll die iGPU nur ein Sicherheitsnetz sein oder wirklich die Hauptgrafik?“

Ohne Grafikkarte spielen

Wenn du wirklich erst einmal ohne dedizierte GPU spielen willst, führt für mich kaum ein Weg am Ryzen 7 8700G vorbei. Die Radeon 780M mit 12 Compute Units ist in dieser Klasse die stärkste Lösung, und die 8 Kerne mit 16 Threads sorgen dafür, dass der Rechner nicht nur im Spiel, sondern auch beim Multitasking sauber bleibt. Für E-Sports-Titel, ältere Spiele und viele leichtgewichtige Games ist das die vernünftigste Desktop-APU. Der 8600G ist der direkte Gegenentwurf mit etwas weniger iGPU-Reserve, aber oft dem besseren Preis pro Leistung.

Für Homeoffice, Wohnzimmer-PC und Mini-PC

Bei einem kompakten PC, einem Wohnzimmer-System oder einem leisen Office-Rechner würde ich den 8600G meist vorziehen. Seine 65 Watt TDP sind gut beherrschbar, und die 760M reicht für mehrere Monitore, 4K-Wiedergabe und leichte Bildbearbeitung locker aus. Der 8500G ist hier die Budget-Variante, wenn du den Preis wirklich drücken musst. Ich würde ihn aber nur nehmen, wenn dir klar ist, dass die 740M spürbar weniger Reserven hat und keine große Gaming-Luft nach oben bietet.

Für Streaming und Medienarbeit

Wenn Streaming, Videowiedergabe und einfache Schnittaufgaben wichtig sind, schaue ich nicht nur auf die iGPU, sondern auch auf die Medienfunktionen. Der Intel Core Ultra 5 245 ist hier interessant, weil Intel Graphics laut Spezifikation AV1 Encode/Decode, H.264 und H.265 unterstützt und bis zu vier Displays ansteuern kann. Das ist kein Spielbrett für hohe FPS, aber ein sehr brauchbarer Unterbau für Medien-PCs, Creator-Workflows und sauberen Desktopbetrieb. Wer dagegen auch ohne Grafikkarte gelegentlich zocken will, bleibt mit dem 8700G oder 8600G klar besser aufgestellt.

Lesen Sie auch: Ryzen 7 7800X3D Mainboard: Welches passt wirklich zu dir?

Wenn später eine dedizierte GPU kommt

Planst du schon in wenigen Monaten eine separate Grafikkarte, würde ich den Fokus verschieben. Dann sind Ryzen 5 9600X oder Ryzen 7 9700X oft die bessere Wahl, weil ihre iGPU nur als Basisgrafik dient, die CPU-Leistung aber deutlich höher ausfällt. Das ist die richtige Entscheidung für jemanden, der jetzt erst einmal starten will und später ein echtes Gaming- oder Creator-System baut. In diesem Szenario ist die integrierte Grafik ein praktisches Sicherheitsnetz, kein Kaufargument für die eigentliche Leistung.

Damit ist die grobe Zuordnung klar. Im nächsten Schritt lohnt sich der Blick auf die Faktoren, die iGPU-Systeme in der Praxis wirklich stärker oder schwächer machen.

Darauf kommt es bei integrierter Grafik wirklich an

Bei Prozessoren mit interner Grafik entscheidet nicht nur das Silizium, sondern auch die Plattform. Die iGPU teilt sich den Arbeitsspeicher mit der CPU, und genau dort entstehen die größten Unterschiede. Deshalb halte ich schnellen Dual-Channel-RAM für wichtiger als viele Käufer anfangs glauben.

Für AMDs 8000G-Serie nennt der Hersteller bei zwei Modulen als Referenz DDR5-5200; bei vier Modulen fällt die offizielle Maximalangabe auf DDR5-3600. Das ist mehr als eine Fußnote, weil die Grafikleistung direkt von der Speicherbandbreite lebt. In der Praxis ist 2×16 GB für mich der vernünftige Sweet Spot, nicht nur wegen der Leistung, sondern auch wegen der Reserven für moderne Browser, Spiele und Streaming-Tools. Ein einzelnes RAM-Modul ist bei iGPU-Systemen fast immer die falsche Stelle zum Sparen.

Auch die Leistungsaufnahme solltest du ernst nehmen, aber nicht dramatisieren. Die AMD-Modelle 8700G, 8600G und 8500G liegen jeweils bei 65 Watt, was den Betrieb in kompakten Gehäusen erleichtert. Der Intel Core Ultra 5 245 liegt bei 65 Watt Base Power und 121 Watt Maximum Turbo Power, während der 245K mit 125 Watt Base Power und 159 Watt Turbo deutlich mehr Thermik mitbringt. Für ein leises System ist das relevant, für einen offenen Testaufbau weniger.

Wichtig ist außerdem der Blick auf die Ausgänge und die Medienfunktionen. AMDs 8000G-Modelle bringen moderne DisplayPort-2.1- und HDMI-2.1-Anbindung mit, Intel nennt für den Core Ultra 5 245 unter anderem DP 2.1 UHBR20 und HDMI 2.1 FRL. Wenn du mehrere Monitore, einen TV und eventuell eine Capture-Kette betreibst, spart dir das spätere Umstecken und Nachrüsten. Genau an dieser Stelle verschenken viele Builds unnötig Potenzial, obwohl die CPU an sich gut gewählt war.

Die Technik ist also nicht kompliziert, aber sie verzeiht keine schlampigen Entscheidungen. Und genau solche Fehler sehe ich bei iGPU-CPUs immer wieder.

Diese Kauffehler kosten bei iGPU-CPUs am meisten Leistung

Die meisten Probleme entstehen nicht durch den Prozessor selbst, sondern durch falsche Erwartungen oder eine unglückliche Plattformwahl. Ich würde vor allem auf diese Punkte achten:

  1. Eine starke CPU mit einer starken iGPU verwechseln. Ein Ryzen 5 9600X oder Ryzen 7 9700X hat zwar eine integrierte Grafik, aber nur in einer sehr kleinen Ausführung mit 2 Kernen. Das reicht für Bildausgabe, Notfallbetrieb und einfache Nutzung, nicht für ernsthaftes Gaming.
  2. Mit einem einzelnen RAM-Riegel starten. Gerade bei AMD-APUs kostet das spürbar Leistung. Die iGPU lebt von Speicherbandbreite, und Dual Channel ist hier Pflicht, nicht Kür.
  3. Das Board nur nach dem Preis auswählen. Wenn die Anschlüsse nicht zu deinem Monitor passen oder das BIOS nicht aktuell ist, wird aus einem guten Kauf schnell ein frustrierender. Bei AM5 lohnt sich ein Board, das sauber zur CPU und zum geplanten Ausbau passt.
  4. Zu viel von einem Budgetmodell erwarten. Der 8500G und erst recht der 8300G sind sinnvoll, aber nicht magisch. Für Office, Mediaplayer und leichte Games okay, für hohe Grafikdetails in modernen AAA-Titeln aber die falsche Liga.
  5. Den späteren GPU-Ausbau schon heute doppelt bezahlen. Wenn du in kurzer Zeit ohnehin eine dedizierte Grafikkarte nachrüstest, ist ein 8700G oft nicht die beste Investition. Dann kann ein stärkerer CPU-Fokus mit 9600X, 9700X oder auch Intel Core Ultra 5 245 sinnvoller sein.

Wenn du diese Fehler vermeidest, wird die Entscheidung plötzlich deutlich einfacher. Es bleiben im Grunde nur noch Budget, Einsatz und die Frage, ob die iGPU Hauptrolle oder nur Reserve ist.

So würde ich 2026 je nach Budget entscheiden

Wenn ich heute selbst einen Rechner ohne separate Grafikkarte bauen würde, würde ich die Auswahl knapp halten und nicht zu lange grübeln. Für mich sieht die Hierarchie so aus:
  • Ryzen 7 8700G, wenn der PC ohne GPU spielen soll und die stärkste integrierte Grafik Priorität hat.
  • Ryzen 5 8600G, wenn Preis, Leistung und Alltagstauglichkeit am besten zusammenpassen sollen.
  • Ryzen 5 8500G, wenn das Budget klein ist und du bewusst mit klaren Grenzen leben kannst.
  • Ryzen 5 9600X oder Intel Core Ultra 5 245, wenn die integrierte Grafik nur als Sicherheitsnetz dient.
  • Ryzen 7 9700X, wenn du mehr CPU-Reserven willst und die iGPU nur für den Notfall brauchst.

Für die meisten Leser ist die Antwort deshalb überraschend unspektakulär: Die beste Wahl ist nicht die teuerste CPU, sondern die, die exakt zum Einsatz passt. Für Spiele ohne Grafikkarte bleibe ich beim Ryzen 7 8700G, für den besten Gesamtmix beim 8600G, und für reine Übergangs- oder Medien-Setups kann ein Ryzen 5 9600X oder Intel Core Ultra 5 245 die ruhigere Entscheidung sein.

Häufig gestellte Fragen

Für Gaming ohne dedizierte Grafikkarte ist der AMD Ryzen 7 8700G mit seiner Radeon 780M die stärkste Option. Er bietet die beste iGPU-Leistung für E-Sports-Titel und leichtgewichtige Spiele.
Ja, der Ryzen 5 8600G bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Seine Radeon 760M reicht für viele Anwendungen und Gelegenheits-Gaming aus, und die 6 Kerne bieten gute Multitasking-Leistung.
Absolut! Dual-Channel-DDR5-RAM ist entscheidend für die Leistung integrierter Grafikkarten, da die iGPU den Arbeitsspeicher mit der CPU teilt. Ein einzelnes RAM-Modul reduziert die Grafikleistung erheblich.
Wenn du planst, bald eine dedizierte Grafikkarte nachzurüsten, sind CPUs wie der Ryzen 5 9600X oder Intel Core Ultra 5 245 oft sinnvoller. Ihre iGPU dient als Sicherheitsnetz, während die CPU-Leistung höher ist.

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Autor Marcel Kirchner
Marcel Kirchner
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