Grafikkarte mit 3DMark testen und Scores richtig einordnen

Robin Jordan .

23. September 2026

3DMark Time Spy Benchmark: Ein Sci-Fi-Charakter im Vordergrund, bereit für den "Run". Zeigt die Leistung der NVIDIA GeForce GTX 1660.

Eine neue Grafikkarte kann auf dem Papier beeindruckend wirken und sich im eigenen PC trotzdem enttäuschend anfühlen. 3DMark hilft mir dabei, die Leistung reproduzierbar zu messen, verschiedene Modelle zu vergleichen und Probleme wie zu hohe Temperaturen, instabile Übertaktung oder ein falsches Leistungslimit aufzudecken. Hier geht es um die passenden Tests, die richtige Durchführung und die Frage, was ein Score tatsächlich über Gaming-Leistung aussagt.

Das Wichtigste für einen aussagekräftigen GPU-Test

  • 3DMark ist ein synthetischer Benchmark für Grafikkarten, Prozessoren und Gaming-Systeme.
  • Steel Nomad eignet sich für moderne Spiele ohne Raytracing, während Speed Way und Port Royal Raytracing prüfen.
  • Time Spy bleibt ein sinnvoller Vergleichstest für DirectX-12-Systeme, ist aber nicht für jede neue Grafikkarte die aktuellste Wahl.
  • Für faire Ergebnisse brauche ich identische Testbedingungen, aktuelle Treiber und möglichst wenige Hintergrundprogramme.
  • Ein hoher Score bedeutet nicht automatisch mehr FPS in jedem Spiel, weil Engine, Auflösung und CPU-Limit das Ergebnis beeinflussen.

3DMark-Ergebnis: Steel Nomad Score 2142 (Excellent) für RTX 3060. Grafiktest: 21.43 FPS. Geschätzte Leistung: 90+ FPS.

Was 3DMark bei einer Grafikkarte überhaupt misst

3DMark ist eine Benchmark-Suite, die typische Grafiklasten aus modernen Spielen nachbildet. Dabei berechnet die Grafikkarte festgelegte Szenen und erzeugt daraus einen Punktwert sowie detaillierte Teilwerte. Je höher der Score, desto mehr Arbeit konnte das System innerhalb der standardisierten Tests erledigen.

Ich sehe den Nutzen vor allem in der Vergleichbarkeit. Ein Spiel kann durch Patches, unterschiedliche Grafikoptionen oder eine bestimmte CPU stark schwanken. Ein Benchmark liefert dagegen eine kontrollierte Ausgangsbasis. Das macht ihn besonders praktisch, wenn ich eine neue GPU einbaue, ein gebrauchtes Modell prüfe oder eine Übertaktung bewerten möchte.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem Gesamtscore und dem Graphics Score. Der Gesamtscore kann auch die Prozessorleistung berücksichtigen. Für einen Vergleich von Grafikkarten ist deshalb meistens der Grafikwert aussagekräftiger, sofern Prozessor, Arbeitsspeicher und Testversion vergleichbar sind.

Welcher Test zur eigenen Grafikkarte passt

Die verschiedenen Szenarien haben unterschiedliche Schwerpunkte. Ich würde nicht einfach den erstbesten Test starten, sondern den Benchmark auswählen, der zur verwendeten API, zur GPU-Klasse und zur gewünschten Aussage passt.

Benchmark Schwerpunkt Geeignet für
Steel Nomad Moderne Grafik ohne Raytracing, 4K-Rendering Aktuelle Mittelklasse- und High-End-GPUs
Speed Way DirectX 12 Ultimate und Raytracing Leistungsfähige RTX-, Radeon- und Arc-Karten mit Raytracing-Unterstützung
Port Royal Dedizierter Raytracing-Test bei 2560 × 1440 Grafikkarten mit DirectX-Raytracing-Unterstützung
Time Spy DirectX 12 bei 2560 × 1440 Gaming-PCs, ältere Vergleichswerte und allgemeine GPU-Tests
Fire Strike DirectX 11 bei 1920 × 1080 Ältere Systeme und Spiele mit DirectX 11

Steel Nomad ist für moderne Grafikkarten ohne Raytracing oft der bessere Startpunkt als Time Spy. Der Test rendert mit hoher Last und nutzt aktuelle Verfahren wie volumetrische Beleuchtung und aufwendige Geometrie. Für einen Raytracing-Vergleich greife ich dagegen zu Speed Way oder Port Royal, weil diese Tests die entsprechenden Einheiten der GPU gezielter belasten.

Time Spy bleibt trotzdem nützlich. Viele Testberichte, Forenbeiträge und ältere Messungen verwenden ihn, wodurch sich eine große Vergleichsbasis ergibt. Fire Strike würde ich vor allem dann einsetzen, wenn ein älterer Rechner oder ein Spiel mit DirectX 11 beurteilt werden soll.

So führe ich einen fairen Grafikkarten-Benchmark durch

Vor dem Start

Ich installiere zunächst den aktuellen Grafiktreiber und starte den Rechner neu. Danach schließe ich Programme, die CPU- oder GPU-Leistung beanspruchen, darunter Browser mit vielen Tabs, Video-Tools und laufende Downloads. Übertaktung bleibt für den ersten Durchlauf deaktiviert, damit ich einen stabilen Ausgangswert erhalte.

Auch die Energieeinstellungen können das Ergebnis verändern. Ein Notebook sollte am Netzteil laufen und auf maximale Leistung gestellt sein. Bei einem Desktop-PC prüfe ich, ob die Grafikkarte im vorgesehenen PCIe-Steckplatz sitzt und ob die Stromkabel korrekt angeschlossen sind.

Während des Tests

Ich lasse denselben Benchmark mindestens zweimal oder dreimal laufen. Weichen die Ergebnisse deutlich voneinander ab, ist das ein Hinweis auf Hintergrundlast, Temperaturprobleme oder ein schwankendes Power-Limit. Eine Abweichung von wenigen Prozent ist normal, größere Sprünge verdienen eine genauere Untersuchung.

Die Temperatur allein entscheidet nicht über die Qualität des Systems. Ich beobachte zusätzlich Taktfrequenz, Auslastung, Lüfterdrehzahl und Leistungsaufnahme. Sinkt der GPU-Takt nach einigen Minuten deutlich, kann Thermal Throttling dahinterstecken. Dabei reduziert die Karte ihre Geschwindigkeit, um eine kritische Temperatur zu vermeiden.

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Nach dem Test

Ich notiere nicht nur den Score, sondern auch die verwendete Treiberversion, die Temperatur und die durchschnittliche Taktrate. Wer Ergebnisse später vergleichen will, sollte außerdem Betriebssystem, Prozessor, Arbeitsspeicher und Grafikkartenprofil festhalten. Die Online-Datenbank von 3DMark erleichtert den Vergleich mit Systemen, die eine ähnliche Kombination aus CPU und GPU verwenden.

So lässt sich ein Score richtig einordnen

Ein einzelner Punktwert sagt wenig aus, wenn der Vergleich nicht sauber gewählt ist. Ich vergleiche deshalb bevorzugt denselben Benchmark mit derselben Voreinstellung. Ein Steel-Nomad-Score lässt sich nicht sinnvoll gegen einen Port-Royal-Score stellen, weil beide unterschiedliche Grafiktechniken und Belastungen verwenden.

Für die Praxis ist der Abstand zum Vergleichssystem oft interessanter als die absolute Zahl. Liegt eine Grafikkarte deutlich unter Ergebnissen vergleichbarer Modelle, kommen mehrere Ursachen infrage: ein zu niedriger Takt, langsamer Speicher, ein veralteter Treiber, ein aktiviertes Energiesparprofil oder eine schlechte Kühlung.

Der Score lässt sich außerdem nicht direkt in eine feste Bildrate umrechnen. 3DMark kann zwar Schätzungen für bestimmte Spiele liefern, doch diese Werte bleiben eine Orientierung. Ein Spiel mit hoher CPU-Last profitiert anders von einer Grafikkarte als ein grafisch anspruchsvoller Titel mit aktivem Raytracing.

Ich achte deshalb auf den tatsächlichen Einsatzbereich. Für einen 1440p-PC ist ein Test mit 2560 × 1440 besonders hilfreich. Wer 4K-Gaming plant, sollte zusätzlich einen anspruchsvollen 4K-Test verwenden, weil eine GPU bei hoher Auflösung schneller an ihre Speicherbandbreite und VRAM-Grenzen stößt.

Was niedrige Ergebnisse oder Abstürze bedeuten

Ein schwacher Score ist nicht automatisch ein Defekt. Zuerst prüfe ich, ob die Grafikkarte tatsächlich mit voller Geschwindigkeit arbeitet und ob der Monitor am Anschluss der dedizierten GPU hängt. Bei manchen Systemen führt ein falsches Energieprofil dazu, dass die Karte deutlich unter ihrem vorgesehenen Takt bleibt.

  • Große Temperaturanstiege sprechen für Staub, eine schwache Gehäusebelüftung oder eine zu aggressive Lüfterkurve.
  • Starke Taktschwankungen können durch ein Power-Limit, eine zu niedrige Spannung oder ein CPU-Limit entstehen.
  • Bildfehler und Abstürze deuten häufig auf eine instabile Übertaktung, einen fehlerhaften Treiber oder ein Stromversorgungsproblem hin.
  • Sehr unterschiedliche Durchläufe entstehen oft durch Hintergrundprozesse oder eine Temperatur, die erst nach einigen Minuten kritisch wird.

Für die Stabilitätsprüfung nutze ich einen längeren Stress-Test zusätzlich zum normalen Benchmark. Ein einzelner erfolgreicher Durchlauf beweist noch nicht, dass eine Übertaktung alltagstauglich ist. Wenn Artefakte auftreten, würde ich die Einstellungen sofort zurücksetzen und erst danach schrittweise weiter testen.

Bei gebrauchten Grafikkarten ist dieser Ablauf besonders hilfreich. Ich würde aber nie nur nach einem Score kaufen. Entscheidend sind auch Temperatur, Lüftergeräusch, Zustand der Anschlüsse und Stabilität über längere Zeit.

Welche Grenzen der Benchmark hat

Ein synthetischer Test arbeitet mit einer festgelegten Szene. Das ist seine Stärke für Vergleiche, zugleich aber seine wichtigste Einschränkung. Eine Grafikkarte kann in einem Benchmark hervorragend abschneiden und in einem bestimmten Spiel trotzdem schwächer wirken, etwa wenn die CPU limitiert oder die Software schlecht optimiert ist.

Auch die Upscaling-Technik verändert die Bewertung. DLSS, FSR oder XeSS können die Bildrate deutlich erhöhen, messen aber nicht dieselbe Art von Leistung wie native Auflösung. Ich vergleiche deshalb nur Ergebnisse mit gleichen Qualitäts- und Skalierungseinstellungen.

Außerdem sollte ich ältere Benchmarks nicht überbewerten. UL Solutions weist selbst darauf hin, dass nicht mehr unterstützte Tests auf aktuellen Systemen und Betriebssystemen problematisch sein können. Für moderne Grafikkarten sind aktuelle Szenarien wie Steel Nomad und Speed Way in der Regel aussagekräftiger als sehr alte Versionen.

Die Software gibt es als kostenpflichtige Vollversion, einzelne Tests können je nach Plattform und Edition aber auch kostenlos oder als Demo verfügbar sein. Der Preis liegt bei der offiziellen Windows-Version laut Anbieter bei 34,99 US-Dollar, im deutschen Store können durch Mehrwertsteuer und regionale Preisgestaltung andere Beträge erscheinen.

So wird aus dem Benchmark eine gute Kaufentscheidung

Ich nutze 3DMark nicht als alleinige Kaufempfehlung, sondern als Kontrollinstrument. Vor dem Kauf vergleiche ich den passenden Benchmark-Score mit realen Spielebenchmarks, dem Verbrauch und der Kühlleistung. Eine geringfügig langsamere Karte kann die bessere Wahl sein, wenn sie deutlich leiser arbeitet oder weniger Strom benötigt.

Nach einem Upgrade interessiert mich vor allem, ob die neue Grafikkarte ihre erwartete Leistung erreicht. Dafür reichen meist ein aktueller DirectX-12-Test, ein Raytracing-Test bei Bedarf und ein kurzer Stabilitätslauf. Mehr Tests sind nicht automatisch bessere Tests, wenn die Bedingungen nicht sauber dokumentiert werden.

Wer diese Grundregeln beachtet, bekommt aus dem Benchmark mehr als eine hübsche Zahl. Die Ergebnisse zeigen, ob die Grafikkarte zum eigenen Spielprofil passt, ob das System thermisch gesund arbeitet und ob eine beworbene Leistungssteigerung im Alltag tatsächlich ankommt.

Häufig gestellte Fragen

Steel Nomad ist ein guter Startpunkt für moderne Grafikkarten ohne Raytracing. Für Raytracing eignen sich Speed Way oder Port Royal, während Time Spy weiterhin für DirectX-12-Vergleiche und ältere Messwerte nützlich ist. Fire Strike passt vor allem zu älteren Systemen und DirectX-11-Spielen.
Installieren Sie aktuelle Grafiktreiber, starten Sie den Rechner neu und schließen Sie leistungshungrige Hintergrundprogramme. Deaktivieren Sie die Übertaktung für den ersten Durchlauf und achten Sie auf passende Energieeinstellungen. Lassen Sie den Test zwei- bis dreimal laufen und dokumentieren Sie Score, Treiberversion, Temperatur und Taktrate.
Der Score ermöglicht standardisierte Vergleiche, lässt sich aber nicht direkt in eine feste Bildrate umrechnen. Vergleichen Sie möglichst denselben Benchmark mit derselben Voreinstellung und achten Sie bei Grafikkarten vor allem auf den Graphics Score. CPU-Limit, Spiele-Engine, Auflösung und Upscaling können die tatsächliche Spieleleistung deutlich verändern.
Mögliche Ursachen sind ein falsches Energieprofil, veraltete Treiber, ein zu niedriger Takt, Temperaturprobleme oder ein Power-Limit. Bildfehler und Abstürze deuten häufig auf eine instabile Übertaktung, einen fehlerhaften Treiber oder ein Stromversorgungsproblem hin. Prüfen Sie auch Hintergrundlast und Kühlung und setzen Sie Übertaktungseinstellungen bei Artefakten zurück.
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Autor Robin Jordan
Robin Jordan
Mein Name ist Robin Jordan und ich bringe über 10 Jahre Erfahrung in den Bereichen Gaming, Hardware, Software und Streaming mit. Schon früh entdeckte ich meine Leidenschaft für die digitale Welt, die mich nicht nur als Spieler, sondern auch als technischer Enthusiast geprägt hat. Ich finde es spannend, komplexe Themen verständlich zu machen und anderen zu helfen, die neuesten Trends und Technologien zu verstehen. In meinen Beiträgen beschäftige ich mich mit aktuellen Entwicklungen in der Gaming-Industrie, analysiere Hardware-Trends und gebe praktische Tipps zur Software-Nutzung und zum Streaming. Dabei ist es mir wichtig, Informationen aus verlässlichen Quellen zu beziehen und sie klar und präzise aufzubereiten. Mein Ziel ist es, nützliche und aktuelle Inhalte zu liefern, die sowohl Einsteiger als auch erfahrene Nutzer ansprechen.
Kommentare (2)
  • G

    Georg

    25. September 2026

    Also das ist ja mal ein super Artikel und ich hab mir das alles durchgelesen und finde es echt wichtig dass man die Testbedingungen immer gleich hält wenn man seine Grafikkarte testet und auch die Treiber aktuell sind weil sonst die Ergebnisse ja gar nichts bringen und das mit den Hintergrundprogrammen ist auch so ein Ding da hab ich auch schon gemerkt dass das einen Unterschied macht und das mit dem Score und den FPS ist auch ein guter Hinweis weil man sich da schnell mal täuschen lässt und denkt ein hoher Score heißt automatisch super viele FPS in jedem Spiel aber das stimmt eben nicht wegen der Engine und der Auflösung und dem CPU-Limit das ist auch gut erklärt worden.

  • G

    GrenzGänger

    24. September 2026

    Guter Überblick!

    Robin JordanRobin JordanAutor

    25. September 2026

    Danke! Cieszę się, że się podobało :)

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